Der Maronen-Röhrling (Imleria badia) hat einen kastanienbraunen Hut, gelbliche bis olivgrüne Röhren, die bei Druck blaugrün anlaufen, und einen Stiel ohne Netz. Er wächst vor allem in bodensauren Nadelwäldern, die Hauptsaison reicht von September bis November. Die DGfM führt ihn ohne Zusatzkennzeichnung auf der Positivliste der Speisepilze; das BfS nennt ihn unter den Arten mit erhöhter Cäsium-137-Belastung.

Steckbrief
| Merkmal | Angabe |
|---|---|
| Wissenschaftlicher Name | Imleria badia. Ältere Bücher führen ihn noch als Boletus badius oder Xerocomus badius. Weitere Namen sind Marone und Braunkappe. |
| Saison | In feuchten Sommern schon im Juni oder Juli, die Hauptsaison reicht von Mitte September bis November, bis der Frost einsetzt (Wikipedia). Ein Pilzportal nennt Sommer bis Spätherbst. |
| Standort | Weit verbreitet vom Küstenland bis zu den Alpen, vor allem in bodensauren Nadelwäldern, etwa in alten Fichtenwäldern oder unter Lärchen. Ein Pilzportal nennt auch Mischwald. |
| Geschmack und Verwendung | Nussig und pilzig. Laut Wikipedia eignet er sich für fast alle Zubereitungsarten und lässt sich gut trocknen. |
| Einstufung laut DGfM-Positivliste | Speisepilz laut Positivliste geführt als „Maronen-Röhrling“, ohne Schutz- oder Rote-Liste-Kennzeichnung. |
| Schutzstatus (Stand: 3. November 2026) | In Anlage 1 der Bundesartenschutzverordnung nicht aufgeführt. Regeln zu Menge und Fundort stehen unter Pilze sammeln: Was ist erlaubt? |
Merkmale, die ein Pilzsachverständiger prüft
- Hut: 5 bis 15 cm breit, dunkel- bis kastanienbraun, feinsamtig und matt. Bei Feuchtigkeit wird er schmierig-klebrig.
- Unterseite: feinporige Röhren, zunächst weißlich bis cremegelb, später oliv bis olivgrün. Auf Druck färben sie sich blaugrün.
- Stiel: 5 bis 12 cm lang, braun bis gelblichbraun und stets blasser als der Hut, mit eingewachsener Maserung und ohne Netzzeichnung.
- Fleisch: weißlich bis gelblich, im Schnitt blauend.
- Geruch: angenehm, schwach säuerlich.


Diese Merkmale ersetzen keine Prüfung. Ein Pilzsachverständiger beurteilt den frischen, vollständigen Fund mit Stielbasis persönlich; nach Foto, Telefon oder Text gibt er keinen Pilz zum Verzehr frei.
Verwechslungen
Braune Röhrlinge sind zahlreich. Die Tabelle nennt die in Wikipedia und im Pilzportal genannten Doppelgänger.
| Doppelgänger | Wichtigster Unterschied | Bewertung |
|---|---|---|
| Gallenröhrling (Tylopilus felleus) | Röhren weißlich bis rosa und nicht blauend; am Stiel ein Netz. Das Fleisch ist bitter. | Ungenießbar Bitter; die DGfM nennt gelegentlich Magen-Darm-Beschwerden. |
| Steinpilz (Boletus edulis) | Fein genetzter Stiel; die Röhren blauen nicht oder kaum. | Speisepilz laut Positivliste |
| Ziegenlippe und Rotfußröhrlinge | Wikipedia nennt sie als essbare Ähnliche; die Unterscheidung prüft ein Pilzsachverständiger. | Speisepilze laut Positivliste |
Zur Abgrenzung von Steinpilz und Gallenröhrling gibt es auf der Schwesterseite einen Detailvergleich: Steinpilz oder Gallenröhrling? Für weitere Röhrlinge hilft ein Pilzsachverständiger. Bei Beschwerden nach einer Pilzmahlzeit: Notfallhinweise und Giftinformationszentren.
Zubereitung und Küche
Der Maronen-Röhrling schmeckt nussig und pilzig. Wikipedia nennt ihn einen der ergiebigsten und geschmacklich wertvollen Speisepilze, der für fast alle Zubereitungsarten taugt. Vom Rohverzehr rät Wikipedia ab.
Diese Sicherheitsregeln gelten für Wildpilze allgemein:
- Nur frische, gesunde Pilze verwenden und sie frisch zubereiten (BfR, DGfM).
- Jede Pilzmahlzeit mindestens 15 Minuten kochen oder braten (BfR, DGfM).
- Eier des Fuchsbandwurms werden laut BfR beim Kochen bei 60 bis 80 °C nach mindestens fünf Minuten abgetötet.
- Die Positivliste gilt für ausreichend erhitzte Pilze in angemessener Menge.
Belastung mit Cäsium-137
Das BfS nennt den Maronen-Röhrling unter den Pilzarten, die an seinem Probenahmeort in den Jahren 2023 bis 2025 Werte von über 1.000 Bq/kg erreichten. Der Handelsgrenzwert von 600 Bq/kg Cäsium-137 gilt nicht für den Eigenverzehr. Bei üblichen Mengen ist die zusätzliche Strahlendosis laut BfS gering. In höher belasteten Gebieten, genannt werden unter anderem der Bayerische Wald, das Donaumoos, die Umgebung von Mittenwald und das Berchtesgadener Land, rät das BfS zu Zurückhaltung beim Verzehr selbst gesammelter Pilze, wenn man die persönliche Dosis senken will (Stand der BfS-Seite: 26.08.2026).
Die DGfM weist außerdem darauf hin, dass manche Pilzarten Schwermetalle und andere Umweltschadstoffe anreichern, und rät, nicht an belasteten Standorten wie Industrieflächen, Bergbauarealen oder verkehrsreichen Straßen zu sammeln.
Haltbar machen
Der Maronen-Röhrling lässt sich laut Wikipedia gut trocknen, und ein Pilzportal bezeichnet ihn als sehr guten Trockenpilz mit Würzcharakter. Die Verfahren und ihre Regeln stehen auf den Seiten Pilze haltbar machen, Pilze trocknen und Pilze einfrieren. Zum Einfrieren dieser Art liefern die ausgewerteten Quellen keine Angabe.
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Mein Tipp
Wer regelmäßig Pilze trocknen möchte, findet in einem Dörrautomaten wie dem WMF-Dörrautomaten mit fünf Einlegefächern (Anzeige) ein Gerät mit einstellbarer Temperatur und Timer. Die Regeln zum Trocknen stehen auf der Seite Pilze trocknen.
Häufige Fragen
Wann wächst der Maronen-Röhrling?
In feuchten Sommern erscheint er schon im Juni oder Juli, die Hauptsaison liegt zwischen Mitte September und November und endet mit dem Frost. Mehr im Pilzkalender.
Ist der Maronen-Röhrling radioaktiv belastet?
Das BfS nennt ihn unter den Pilzarten, die an den untersuchten Probenahmeorten in den Jahren 2023 bis 2025 mehr als 1.000 Bq/kg Cäsium-137 erreichten. Bei üblichen Mengen ist die zusätzliche Strahlendosis laut BfS gering; in höher belasteten Gebieten empfiehlt es Zurückhaltung. Der Handelsgrenzwert von 600 Bq/kg gilt nicht für selbst gesammelte Pilze.
Kann man Maronen-Röhrlinge roh essen?
Wikipedia rät vom Rohverzehr ab. Allgemein empfiehlt das BfR, jede Pilzmahlzeit mindestens 15 Minuten zu kochen, weil rohe Speisepilze oft zu Unverträglichkeiten führen.
Quellen
- DGfM-Fachausschuss Pilzverwertung und Toxikologie: Positivliste der Speisepilze (Stand laut Dokument: 01.05.2026; Dateifassung vom 11.08.2026)
- DGfM: Speisepilze, Hinweise zum Sammeln und zur Positivliste
- BfR: Pilze: Verwechslungen können tödlich enden (Pressemitteilung 27/2026 vom 30.09.2026)
- BfS: Radioaktive Belastung von Pilzen und Wildbret (Stand 26.08.2026)
- Bundesartenschutzverordnung, Anlage 1
- Wikipedia: Maronen-Röhrling
- 123pilzsuche: Maronenröhrling und Gallenröhrling
- DGfM: Liste der Pilze mit uneinheitlicher Beurteilung des Speisewerts (Stand 01.05.2026)