Putze die Pilze trocken, schneide sie in gleichmäßige Scheiben und trockne sie im Backofen bei etwa 40 bis 50 °C (Umluft, Tür einen Spalt offen) oder im Dörrautomaten bei etwa 45 bis 50 °C, bis sie hart und brüchig sind. Bewahre sie vollständig trocken und luftdicht auf, etwa im Glas. Das gilt für Arten wie Steinpilz, Maronenröhrling, Rotkappe, Champignon, Austernseitling und Butterpilz. Für Pfifferlinge raten Ratgeber vom Trocknen ab.
Welche Pilze lassen sich trocknen?
Zwei Ratgeber, Ökotest und Utopia, nennen übereinstimmend die folgenden Arten als geeignet. Bei Wildpilzen gilt wie immer: Ein Pilzsachverständiger muss die Funde vorher geprüft haben, siehe Pilze sammeln: Regeln, Ausrüstung, Verhalten.
| Art | Eignung zum Trocknen laut Ratgebern |
|---|---|
| Steinpilz | geeignet |
| Maronenröhrling | geeignet |
| Rotkappe | geeignet |
| Champignon | geeignet |
| Austernseitling | geeignet |
| Butterpilz | geeignet |
| Pfifferling | Ökotest und Utopia raten ab: Pfifferlinge werden zäh und verlieren viel Aroma. Ein anderes Portal beschreibt das Trocknen dennoch. Die Quellen widersprechen sich, deshalb gibt es hier keine Anleitung dafür. Friere sie besser ein, siehe Pilze einfrieren. |
Anleitung: Pilze trocknen in 6 Schritten
Frische Pilze verwenden. Verarbeite sie möglichst bald nach dem Sammeln oder Kaufen. Schneide beschädigte Stellen weg.
Trocken putzen. Reinige die Pilze mit Tuch oder Bürste und wasche sie nicht unter fließendem Wasser, denn sie saugen sich voll und trocknen dann schlecht (Ökotest, Utopia).
In gleichmäßige Scheiben schneiden. Die Ratgeber nennen etwa 3 bis 4 Millimeter Dicke. Gleich dicke Scheiben trocknen gleichmäßig.
Auslegen. Lege die Scheiben ohne Überlappung auf einen Rost oder ein Blech mit Backpapier beziehungsweise auf die Gitter des Dörrautomaten. Liegen sie übereinander, können sie schimmeln.
Trocknen. Im Backofen heizt du auf 40 bis 50 °C vor, am besten mit Umluft, und klemmst einen Kochlöffel in die Tür, damit Feuchtigkeit entweichen kann. Wende die Scheiben regelmäßig. Im Dörrautomaten stellst du etwa 45 bis 50 °C ein (Ökotest, Utopia). Wie lange es dauert, hängt von Schnittdicke, Pilzart und Gerät ab. Im Backofen nennen Ökotest und Utopia übereinstimmend 2 bis 4 Stunden, im Dörrautomaten Ökotest 5 bis 8 Stunden und Utopia etwa 6 Stunden. Prüfe zwischendurch.
Fertigkeit prüfen. Die Scheiben sind fertig, wenn sie hart und trocken sind, nicht mehr biegsam, und leicht brechen oder rascheln.
Eine niedrigere Temperatur bei längerer Trockenzeit schont nach Utopia mehr Vitamine als eine höhere. Ohne Strom lassen sich Pilze laut Bundeszentrum für Ernährung (BZfE) an Orten trocknen, die mindestens 30 °C warm sind. Bei dieser Variante schwanken die Zeitangaben der Ratgeber sehr stark, deshalb gibt es hier keine.
Lagerung und Wiederaufweichen
- Lagerung: Fülle die vollständig getrockneten Scheiben in ein luftdichtes Behältnis wie ein Glas oder eine Dose und stelle es an einen trockenen Ort.
- Haltbarkeit: Ökotest und Utopia nennen mehrere Monate. Ein weiteres Portal nennt mehrere Jahre. Weil die Angaben auseinandergehen, ist hier nur „mehrere Monate“ belegt.
- Verdorben: Feuchtigkeit führt zu Schimmel. Riechen die Pilze muffig, entsorge sie.
- Wiederaufweichen: Übergieße die Scheiben laut Utopia mit kochendem Wasser, dann nehmen sie Wasser wieder auf. Die Konsistenz unterscheidet sich von frischen Pilzen, der Geschmack ist intensiver.
- Garen nicht vergessen: Trocknen ersetzt das Erhitzen nicht. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) empfiehlt, jede Pilzmahlzeit mindestens 15 Minuten zu kochen.
Typische Fehler
- Pilze waschen, statt trocken zu putzen.
- Scheiben übereinanderlegen oder sehr unterschiedlich dick schneiden.
- Feuchtigkeit im Backofen nicht entweichen lassen, etwa bei geschlossener Tür.
- Zu früh abfüllen: Auch kleine Restfeuchte kann im Glas zu Schimmel führen.
- Pfifferlinge trocknen, obwohl mehrere Ratgeber davon abraten.
Dörrautomat und Gläser
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Mein Tipp
Wer regelmäßig trocknet, hält mit einem Dörrautomaten den Backofen frei. Passende Geräte sind zum Beispiel der WMF Küchenminis Dörrautomat (Anzeige) mit fünf Einlegefächern oder der VITA5 Dörrautomat (Anzeige) mit sechs Edelstahl-Gittern.
Zum Aufbewahren eignen sich Gläser, zum Beispiel das Bormioli Fido Einmachglas mit 1,5 Litern (Anzeige) und das Mäser Gothika Glas mit 1 Liter (Anzeige) für kleinere Mengen. Zum trockenen Putzen passt eine Bürste, zum Beispiel die Hofmeister Champignonbürste (Anzeige) aus Rosshaar und Buche. Weiteres Zubehör steht im Überblick unter Pilze haltbar machen.
Häufige Fragen
Woran erkenne ich, dass die Pilze trocken genug sind?
Getrocknete Scheiben sind hart und nicht mehr biegsam. Sie brechen leicht oder rascheln. Sind sie noch weich oder zäh, brauchen sie mehr Zeit.
Muss ich getrocknete Pilze einweichen?
Zum Kochen in Suppen und Soßen ist das üblich. Utopia empfiehlt, die Pilze mit kochendem Wasser zu übergießen, damit sie Wasser aufnehmen. Danach gelten die gleichen Regeln wie bei frischen Pilzen: ausreichend lange erhitzen.
Kann ich auch Pfifferlinge trocknen?
Ökotest und Utopia raten davon ab, weil Pfifferlinge zäh werden und Aroma verlieren. Da andere Quellen das Trocknen beschreiben, die Aussagen also nicht übereinstimmen, steht hier keine Anleitung. Zum Einfrieren findest du Hinweise unter Pilze einfrieren.
Quellen
- Ökotest: Pilze trocknen, so gelingt’s im Ofen, an der Luft oder im Dörrgerät
- Utopia: Pilze trocknen im Ofen oder an der Luft
- Gartenjournal: Pfifferlinge haltbar machen (abweichende Angaben zum Trocknen von Pfifferlingen)
- BZfE: Haltbarkeit von Lebensmitteln
- BfR: Pilze, Verwechslungen können tödlich enden, Pressemitteilung 27/2026