Parasol (Macrolepiota procera): erkennen, sammeln, zubereiten

Der Parasol ist ein hoher Schirmpilz mit genattertem Stiel und verschiebbarem Ring. Hier stehen Merkmale, Saison, Küche und die Verwechslungen mit giftigen Schirmlingen.

Der Parasol oder Gemeine Riesenschirmling (Macrolepiota procera) ist ein hoher Schirmpilz mit genattertem Stiel und verschiebbarem Ring, der meist von Juli bis November auf Wiesen, an Waldrändern und in lichten Wäldern erscheint. Er steht auf der Positivliste der DGfM, doch die DGfM führt Riesenschirmlinge auch unter den Pilzen, die roh Beschwerden auslösen können; er gehört deshalb gut durchgegart. Safran- und Giftschirmlinge können ihm ähneln.

Parasol auf der Wiese mit flach ausgebreitetem, schuppigem Hut, darunter weiße Lamellen, Stiel mit Ring
Parasol (Macrolepiota procera): Hutunterseite mit Lamellen. Foto: Christian Fischer, CC BY-SA 3.0, Wikimedia Commons

Steckbrief

MerkmalAngabe
Wissenschaftlicher NameMacrolepiota procera, auch Gemeiner Riesenschirmling oder Riesenschirmpilz genannt. Die Positivliste führt „Macrolepiota procera s. l.“ als „Parasol, Riesenschirmling“ und daneben den Zitzen- und den Acker-Riesenschirmling.
SaisonMeist von Juli bis November, im Mittelmeerraum schon ab Mai (Wikipedia). Ein Pilzportal nennt Frühsommer bis Spätherbst.
StandortDer Parasol lebt als Zersetzer von totem organischem Material, nicht in Partnerschaft mit Bäumen. Er wächst auf nährstoffreichen, frischen Böden in lichten Laubwäldern, Nadelforsten, auf Wiesen, Weiden, in Parks und an Waldrändern, einzeln, gesellig oder in Hexenringen.
Geschmack und VerwendungMild, nussartig. Meist werden nur die Hüte verwendet, die sich wie Schnitzel zubereiten lassen. Die Stiele sind oft zäh.
Einstufung laut DGfM-PositivlisteSpeisepilz laut Positivliste ohne Schutz- oder Rote-Liste-Kennzeichnung. Der Acker-Riesenschirmling trägt den Rote-Liste-Hinweis „3“.
Schutzstatus (Stand: 3. November 2026)In Anlage 1 der Bundesartenschutzverordnung nicht aufgeführt. Regeln zu Menge und Fundort stehen unter Pilze sammeln: Was ist erlaubt?

Merkmale, die ein Pilzsachverständiger prüft

  • Hut: Jung paukenschlegelförmig, später schirmartig und bis etwa 30 cm breit. Dunkle, lockere Schuppen sitzen auf hellem Grund und erreichen den Rand nicht. Die Mitte bleibt glatt, dunkelbraun und trägt einen stumpfen Buckel.
  • Unterseite: Lamellen, weiß bis cremefarben, dicht stehend und nicht am Stiel angewachsen. Das Sporenpulver ist weiß.
  • Stiel: hohl und lang, braun genattert auf hellem Grund, zur Basis hin knollig verdickt. Der dicke, wattige Ring ist doppelt aufgebaut und lässt sich am Stiel verschieben.
  • Fleisch: weiß, verfärbt sich bei Verletzung meist nicht; die seltene Varietät „Rötender Riesenschirmling“ (var. permixta) rötet im Stiel. Die Verfärbung allein trennt Riesen- und Safranschirmlinge deshalb nicht sicher.
  • Geruch: schwach pilzig; der Geschmack ist nussartig.
Parasol als ganzer Pilz: schuppiger Hut, hoher genatterter Stiel mit Ring
Parasol (Macrolepiota procera). Foto: George Chernilevsky, Gemeinfrei, Wikimedia Commons
Parasol: dunkel genatterter Stiel mit doppeltem, verschiebbarem Ring unter dem schuppigen Hut
Parasol (Macrolepiota procera): Stiel mit Natterung und Ring. Foto: Holger Krisp, CC BY 3.0, Wikimedia Commons

Diese Merkmale ersetzen keine Prüfung. Ein Pilzsachverständiger beurteilt den frischen, vollständigen Fund mit Stielbasis persönlich; nach Foto, Telefon oder Text gibt er keinen Pilz zum Verzehr frei.

Verwechslungen

Schirmlinge sind eine große, schwer überschaubare Gruppe. Die Tabelle nennt die in Fachquellen aufgeführten Doppelgänger.

DoppelgängerWichtigster UnterschiedBewertung
Safranschirmlinge (Gattung Chlorophyllum)Das Fleisch verfärbt sich bei Verletzung über Orange und Rot, der Stiel ist glatt statt genattert.Schwer verträglich oder giftig Der Gemeine Safranschirmling gilt laut Wikipedia als Speisepilz, ist aber manchmal schwer verträglich; mehrere ähnliche Arten gelten als giftig. Auf der Positivliste steht nur der Olivbraune Safranschirmling.
Giftige Safranschirmlinge, z. B. Chlorophyllum molybdites und Gift-Safranschirmling (Chlorophyllum venenatum)Der Gift-Safranschirmling ist sehr selten, hat einen nicht genatterten Stiel und rötet bei Verletzung. Chlorophyllum molybdites hat grünes Sporenpulver.Giftig starke Magen-Darm-Beschwerden (Wikipedia)
Kleine Schirmlinge der Gattung Lepiota, z. B. Fleischbräunlicher SchirmlingBei Riesenschirmlingen muss der Ring nach einem Pilzportal verschiebbar sein; kleine Schirmlinge ohne verschiebbaren Ring gelten dort als zu meiden.Tödlich giftig Amatoxin-Syndrom mit Leberversagen laut DGfM; Beschwerden beginnen oft erst nach vielen Stunden.

Den ausführlichen Vergleich bietet die Schwesterseite: Parasol oder Giftschirmlinge? Bei Beschwerden nach einer Pilzmahlzeit: Notfallhinweise und Giftinformationszentren.

Zubereitung und Küche

Verwendet werden meist die Hüte. Sie lassen sich laut Wikipedia wie Schnitzel zubereiten, ein Pilzportal empfiehlt dafür Panieren und Braten. Die Stiele sind oft zäh, eignen sich aber zur Herstellung von Pilzpulver.

Wichtig ist das Erhitzen. Die DGfM nennt Riesenschirmlinge unter den Pilzen, die roh Übelkeit, Bauchschmerzen, Erbrechen und Durchfall auslösen können; die hitzelabilen Giftstoffe werden durch 15 Minuten Kochen oder Braten unschädlich. Wikipedia erwähnt, dass selten Übelkeit und Brechreiz berichtet werden. Diese Sicherheitsregeln gelten für Wildpilze allgemein:

  • Nur frische, gesunde Pilze verwenden und sie frisch zubereiten (BfR, DGfM).
  • Jede Pilzmahlzeit mindestens 15 Minuten kochen oder braten (BfR, DGfM). Rohe Speisepilze im Salat führen laut BfR oft zu Unverträglichkeiten.
  • Eier des Fuchsbandwurms werden laut BfR beim Kochen bei 60 bis 80 °C nach mindestens fünf Minuten abgetötet.
  • Die Positivliste gilt für ausreichend erhitzte Pilze in angemessener Menge.

Haltbar machen

Allgemeine Verfahren stehen auf den Seiten Pilze haltbar machen, Pilze trocknen und Pilze einfrieren. Zur Eignung des Parasols nennt Wikipedia nur das Pilzpulver aus den zähen Stielen; zum Einfrieren liefern die ausgewerteten Quellen keine belastbare Angabe.

Häufige Fragen

Kann man Parasol roh essen?

Davon ist abzuraten. Die DGfM führt Riesenschirmlinge unter den Pilzen, die roh Magen-Darm-Beschwerden auslösen können, und nennt 15 Minuten Kochen oder Braten als Maßnahme gegen die hitzelabilen Giftstoffe.

Welcher Teil des Parasols wird gegessen?

Meist werden nur die Hüte verwendet. Die Stiele sind oft zäh und eignen sich laut Wikipedia zur Herstellung von Pilzpulver.

Wann wächst der Parasol?

Meist von Juli bis November, ein Pilzportal nennt Frühsommer bis Spätherbst. Wetter und Region verschieben die Zeiten, mehr im Pilzkalender.

Quellen